Unser Schachlehrer Peter Schmid erinnert sich:
Im Jahr 2008, meine Tochter Josefine ging damals in Klasse 2, bin am Sportplatz neben der Max-Kade-Halle vorbeigeradelt. Der damalige Schulleiter Thomas Helme rief mir zu, ob ich eine Schach-AG in der Grundschule Steinbach gründen möchte. Ein Versuch war es allemal wert. Er schlug mir dienstags, ab 15:30 Uhr, als wöchentlichen Termin vor. Zu Beginn waren 10 Teilnehmer kein Problem, aber auf Dauer wurde der Termin kritisch – die Kinder sind ja dann schon sehr lange in der Schule. Nach einem Jahr haben wir die Schach-AG in die Ganztagesschule eingebunden, also 14:00 Uhr zur Auswahl für die Schüler.
Das ging so einige Jahre recht gut, immer mit ca. 10 regelmäßigen Teilnehmern. Wir haben oft an Schachturnieren teilgenommen, z. B. Grundschulmeisterschaften und wir waren schulübergreifend dreimal in Hamburg beim weltgrößten Schulschachturnier. Auch im Steinbacher Schulkeller selbst gab es Turniere mir Schülern aus mehreren Haller Schulen.
Ungefähr im Jahr 2020 gab es einen Jahrgang, der hatte weniger Lust auf anspruchsvolle Denksportaufgaben und nur wenige Minuten Konzentration, dafür mehr Bewegungsdrang. Nach Absprache mit der Schule haben wir den größten Quantensprung überhaupt im Schulschach gewagt: Schach-AG morgens um 7:45 Uhr, mit wachen, ausgeschlafenen, pfiffigen Kindern ab Klasse 2. Schach im Stundenplan sozusagen. Die Nachfrage war so groß, dass es seither durchgängig drei Gruppen mit jeweils 10 bis 15 Kindern gibt.
Der nächstgrößte Quantensprung folgte kurz darauf: In der Schach-AG wurden Mathematikaufgaben zur Wahl gestellt. Keine Rechenaufgaben wie im Unterricht, sondern Logik-Häppchen, Geometrie- und Knobelaufgaben, Mathematik und Schach oft miteinander verbunden. Die Hälfte der Teilnehmer stürzt sich regelmäßig auf das Matheangebot, die andere Hälfte will das Schachbrett. Die Kinder werden ermutigt beides auszuprobieren. Das Matheangebot hat so viel Resonanz gefunden, dass mehrere Dutzend Kinder eifrig an Mathewettbewerben wie „Mathe im Advent“, „Mathe mit dem Känguru“ oder wie der sehr anspruchsvollen „Mathematik-Olympiade“ teilnehmen.
Die Schach-AG ist also eine halbe Mathe-AG geworden. Teilnehmen dürfen grundsätzlich alle Kinder nach Absprache mit ihren Lehrern.
Ungefähr zehn Kinder sind im Lauf der Jahre über die Steinbacher Schach-AG in den Schachverein Post SG SHA gekommen und zu starken Vereinsspielern gewachsen. Und sicherlich mehr als hundert Kinder haben im Lauf der Zeit so viel Schach gelernt, dass sie das Spiel ihren eigenen Kindern und Enkeln weitergeben können, wenn sie irgendwann selber welche haben. (PS)
