Sehr geehrter
lieber Herr Helmle,

Sie durften am 19.11.2017 – kurz vor Ihrem Geburtstag – ein besonderes Jubiläum begehen: nämlich Ihr 40. Dienstjubiläum!
Ich darf Sie heute (17.1.2018) ehren – und habe mich natürlich darauf vorbereitet – wie immer in solchen Situationen – indem ich Ihre Akte studieren wollte.
Dieses war jedoch kein leichtes Unterfangen – im doppelten Wortsinn: Ihre Akte umfasst so viele Unterlagen, dass sie geteilt werden musste: von Ihnen, Herr Helmle, gibt es also zwei Akten!
Die erste, prallvolle, musste ich mir aus dem Keller holen. Ich öffnete sie – und Sie lachten mir entgegen. Ich habe Sie gleich erkannt!
Ich blätterte diese Akte durch – und fand ein nächstes Bild von Ihnen: Jahrzehnte später – und immer noch freundlich lächelnd…
Und ich las den Satz – Sie wurden zitiert: „Jeden Tag gibt es was zu lachen.“
So habe ich die Begegnungen mit Ihnen erlebt – freundlich, lächelnd, wertschätzend.

Und ich darf Sie noch einmal zitieren: „Wir sind eine komplizierte Schule“ haben Sie wohl mit einem Augenzwinkern gesagt.
Das war der Augenblick, in dem ich schmunzeln musste: Ihre komplexen statistischen Darstellungen haben nicht nur mich die ein oder andere Überlegung gekostet…

Sie sind ein leidenschaftlicher Pädagoge. Das ist nicht nur mir aufgefallen. Bereits in Ihrer Probezeitbeurteilung (seither sind ein paar Jahrzehnte vergangen) ist der Satz zu lesen: „Herr Helmle widmet sich mit Hingabe seinem Beruf.“

Was ist denn nun Ihr Beruf? Sie sind Lehrer, Mentor, Rektor, Referent, Buchautor… Hauptsächlich aber leidenschaftlicher Pädagoge.
Es ist Ihnen ein Anliegen, jedes einzelne Kind so anzunehmen, wie es ist und jedem Kind die bestmögliche Perspektive zu bieten.

Dabei haben Sie nicht nur Blicke über den Zaun gewagt, sondern auch immer wieder welche gewährt. Sie haben sich auf dem Gebiet der Montessoripädagogik eine große Expertise angeeignet und lassen auch andere daran teilhaben. In Ihrer Akte (Teil 1) habe ich sogar von einem Kongress in Russland gelesen, an dem Sie als Referent teilgenommen haben.

Ob als Lehrer, Mentor, Rektor, Referent, Buchautor – es kennzeichnet Sie eine positive Grundeinstellung, Freundlichkeit, Offenheit, Kreativität und Herzlichkeit. Sie sind ein leidenschaftlicher Pädagoge – der sich aber nicht davor scheut, auch im wahrsten Sinne des Wortes zuzupacken, wenn und wo es nötig ist. (Ihre wundervolle Kelleraula ist der Beweis dafür…)

Dass Sie darüber hinaus auch im musikalischen Bereich kompetent sind, beweisen Ihre Beiträge mit Kontrabass, von denen ich auch schon Kostproben erhalten habe.

Dass Sie auch noch Tango tanzen und die Sterne beobachten – dieses sind Informationen aus zweiter Hand – rundet Ihre Persönlichkeit natürlich ab.

Ich darf Sie zum Schluss noch ein letztes Mal zitieren – dieses Mal aus Ihrer Weihnachtskarte: „Energie, Kraft und sprühend funkelnde Ideen.“

Das waren Ihre Wünsche – und genau das wünsche ich Ihnen für Ihre Zukunft. Ergänzen würde ich gerne noch Gesundheit: Bleiben Sie gesund, voller Energie – und gelegentlich auch sprühend und funkelnd!

Möge es auch weiterhin täglich etwas zu lachen geben für Sie!

Nun sind seit Ihrem 40jährigen Dienstjubiläum beinahe drei weitere Jahre vergangen; Jahre, die gefüllt waren mit beruflichen und privaten – erfreulichen – aber auch herausfordernden Situationen. Und dass Sie in Ihrem letzten Dienstjahr vor Ihrem Ruhestand mit einer weltweit grassierenden Pandemie konfrontiert werden, hätten Sie sich sicher auch nicht träumen lassen: Schulschließungen von einem Tag auf den anderen, Notbetreuung, Fernlernunterricht – ausschließlich und im Wechsel mit Präsenzunterricht und schließlich Schulöffnung unter Pandemiebedingungen. Begleitet wurden diese Phasen durch ständig wechselnde Verordnungen, Hygieneregeln, Vorgaben, welche Flexibilität, Anpassungsbereitschaft, Kreativität – und ein starkes Nervenkostüm erforderten. Auch hier kamen Ihnen Ihre bereits erwähnten Stärken sehr zu gute – und Sie meisterten auch diese Herausforderung großartig.

Auch dass durch diese Pandemie weder die Jubiläumsfeier und -tagung zum 25jährigen Jubiläum des Montessorizugs der GS Steinbach und der GMS im SZ West, noch Ihre Verabschie-dungsfeier in einem großen, würdigen Rahmen stattfinden konnte, ist mehr als bedauerlich! Da kann diese kleine Verabschiedung im eher privaten Rahmen nur ein sehr kleines Trostpflaster sein. Sie hätten sich ein großes Fest verdient – inmitten Ihrer Schülerinnen und Schüler, Ihrer großen Schulgemeinschaft, mit Theater und Musik. Haben Sie doch durch Ihre musikalischen Beiträge im Kreis der Haller Schulleitungen so viele Einsetzungs- und Verabschiedungsfeiern bereichert!

Sie können heute mit Stolz auf ein erfolgreiches berufliches Leben zurückblicken! Sie haben für Ihre Nachfolge ein bestelltes Feld vorbereitet – und ich kann mir gut vorstellen, dass die leider nicht nahtlose Staffelübergabe ein Wermutstropfen für Sie ist. Aber auch hier haben Sie vorgesorgt – ein ganzes Team übernimmt Ihre vielfältigen Aufgaben und ich bin zuversichtlich, dass es gut funktionieren wird.

Danke, Herr Helmle, für Ihre großartige, engagierte, nachhaltige Arbeit in den letzten 43 Jahren zum Wohle der Schülerinnen und Schüler.

Ich wünsche Ihnen für die jetzt folgende Zeit vor allem Gesundheit! Mögen Sie sich nun auf jene Dinge konzentrieren, die in den letzten 43 Jahren zu kurz gekommen sind – und Ihren Ruhestand im Kreise Ihrer Familie genießen.

Karla Beer
SSA Künzelsau
22.07.2020

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